Über Ehrenfeld

Einige Bilder von Sehenswürdigkeiten und Hinweise zu Veranstaltungsorten finden sich hier: Sehenswertes Ehrenfeld


HISTORISCHES und INFORMATIVES

Köln-Ehrenfeld ist sowohl ein Stadtbezirk als auch ein Stadtteil innerhalb der Stadt Köln.
Der Stadtbezirk Ehrenfeld entwickelte sich aus dem ursprünglich weiten Feld vor der so genannten „Ehrenpforte“. Zum Stadtbezirk Ehrenfeld gehören sieben Stadtteile mit einer Gesamtfläche von 2.383 Hektar und 102.264 Einwohnern. Wie die anderen Bezirke vor der damaligen Stadtgrenze war das Gebiet bis ins 19. Jahrhundert nahezu unbebaut.
Ehrenfeld wurde 1867 Gemeinde und 1879 Stadt. Neun Jahre später gehörte Ehrenfeld zur Stadt Köln. Einzelne Höfe wie Subbelrath und Dörfer wie Ossendorf und Bickendorf prägten über lange Zeit das Bild des heutigen Stadtbezirks.

Der Stadtbezirk Ehrenfeld umfasst heute die 7 Stadtteile:
Bickendorf, Bocklemünd/Mengenich, Ehrenfeld, Neuehrenfeld, Ossendorf und Vogelsang. 


Ehrenfeld
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts siedelten sich vor den Toren der Kölner Stadtmauer viele Ziegelbrennereien an. Und mit dem Bau der Eisenbahnstrecke von Köln nach Aachen im Jahre 1844 erhielt schließlich die Entwicklung Ehrenfelds den entscheidenden Schub. Schon ein Jahr später folgte die erste Industrieansiedlung und die Gründung eines Kölner Vorortes, der seither den Namen Ehrenfeld führt. Das moderne Ehrenfeld umschließt Wohngebiete, Industriedenkmäler, Einkaufsstraßen und neue Industriegebiete mit Ansiedlungen von Fernsehsendern in Ossendorf. Der Bahnhof Ehrenfeld bietet Anschluss an das S-Bahn- und das Regionalbahnnetz, und der Stadtbezirk wird von vier zum Teil unterirdischen Stadtbahnlinien der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) erschlossen.

Neu-Ehrenfeld
Neu-Ehrenfeld grenzt im Osten und Südosten an die Stadtteile Bilderstöckchen und Neustadt Nord, im Süden an Ehrenfeld und im Nordosten an Ossendorf.
Das erste Haus auf dem Gebiet des heutigen Stadtviertels wurde im Jahre 1871 in der Ottostraße gebaut – damals noch außerhalb der Stadt Köln. Um das Jahr 1908 wurden die heutige Siemensstraße, Eichendorffstraße, Röntgenstraße und Nussbaumerstraße mit Wohnhäusern bebaut. Hierbei wurden hohe Standards an die Wohnungsgröße und -qualität gelegt, und man ließ das Innere der Wohnblocks für Gärten frei. Die bunten Fassaden verzierte man, im Stil der Gründerzeit, reich. Da sich nur wohlhabendere Bürger eine solche Wohnung leisten konnten, nannten die Kölner die Gegend, in Anlehnung an die häufig vertretenen Berufe „Tintenkleckserviertel“, denn hier lebten Kaufleute, Lehrer, Beamte oder höhere Angestellte.
Mit der großen Eingemeindung im Jahre 1888 gehört das im Westen Kölns liegende Viertel zur Stadt. Nach einem Ratsbeschluss aus dem Jahre 1954 erhielt der Stadtteil offiziell den Namen Neu-Ehrenfeld.
Das Zentrum von Neuehrenfeld ist der Lenauplatz, benannt nach dem österreichischen Dichter Nikolaus Lenau. Ein stattliches Quadrat heller und lichter Bürgerbauten, aber auch eine alte majestätische Baumgruppe geben dem Max- und Moritz-Brunnen von Hein Derichsweiler Umrahmung. Auch wenn durch die Bombenabwürfe des Zweiten Weltkrieges große Lücken in diesen Baubestand gerissen wurden, deren Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren heute nicht immer als vorteilhaft empfunden wird, lassen sich in Neu-Ehrenfeld doch noch viele reich dekorierte Stuckfassaden finden. Seit Urzeiten gehört auch das Büdchen - ein Kiosk - zum Bild des Lenauplatzes.
Der Lenauplatz - Zentrum von Neuehrenfeld Die Brunnenplastik ist eine Stiftung der Bürgervereinigung Köln-Ehrenfeld und wurde am 23. Juli 1960 durch den damaligen Oberbürgermeister Theo Burauen eingeweiht. Während die in schöne Grünarrangements eingebettete Ruhezone als Anziehungspunkt für betagtere Ehrenfelder gilt, plätschern kölsche und türkische Pänz Hand in Hand im Brunnenbassin.
Der Takuplatz in „Takunesien“ Steigt man am Neuehrenfelder Takuplatz aus der Straßenbahn, ist man mitten in „Takunesien“ - im Volksmund auch „Chinesen-Veedel“ genannt. Ein Veedel von starker kölscher Eigenart, wo das gesellschaftlich-kulturelle und das Vereinsleben in hoher Blüte stehen. Hierfür sind die weithin bekannten Orgelkonzerte in St. Barbara sowie die Quartettvereinigung „Takuperle“, die Karnevalsfreunde „Ihrefelder Chinese“ und der Sportclub SC West Beweis.
Es war im Jahre 1900, als in China der Aufstand eines chinesischen Geheimbundes, genannt Boxer, gegen die Vorherrschaft von Fremdmächten zum Eingreifen der europäischen Großmächte führte. Hierbei kam das deutsche Kanonenboot „Iltis“ unter seinem Kapitän Lans, der Befehlshaber der Marine im Kampf um den Ort Taku in der Provinz Hope war, zum Einsatz. Die Taku-Forts wurden am 17. Juni 1900 erobert. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund tragen Takuplatz, Takustraße, Iltisstraße und Lansstraße ihre Namen.
Neu-Ehrenfeld verfügt, nicht zuletzt durch den Zuzug von Migranten aus vielen Ländern, heute über ein vielfältiges Spektrum kleiner Handwerksbetriebe, Geschäfte, Restaurants, Weinstuben und seit einigen Jahren eine zunehmende Anzahl von Szenekneipen.

Bickendorf
Bickendorf grenzt im Nordosten und Norden an Ossendorf, im Südosten und Süden an Ehrenfeld, im Westen an Vogelsang.
Bickendorf ist Synthese von Tradition und Fortschritt. Der aus historischen Höfen hervorgegangene Stadtteil steht in vielfältiger Beziehung zu Ehrenfeld und ist beispielhaft für den Strukturwandel ländlicher Siedlungen, die in die engere großstädtische Einfluss-Sphäre geraten sind.
Rasanter städtebaulicher Aufschwung Bickendorf ist uraltes Kulturland, Fundstätten bezeugen diese Region als vorgeschichtlichen Siedlungsplatz.
Vor dem Ersten Weltkrieg setzte der rasante städtebauliche Aufschwung Bickendorfs ein. Das Bauerndorf mit seiner beschaulichen Idylle von ehedem, zählte 1843, zur Gründungszeit Ehrenfelds, bereits 348 Einwohner.
Geprägt wurde Bickendorf von dem Leitmotiv „Lich, Luff un Bäumcher“ der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau und später der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Kölner Gartensiedlung sowie anderen Gesellschaften. Dadurch erhielt es die Bedeutung, die es heute mit rund 16.000 Einwohnern im Leben unserer Stadt einnimmt.
Die schmucken Familienheimstätten, in den letzten Jahrzehnten restauriert und verschönert, sind Ausgangspunkt für die erweiterte Wohnlandschaft modernen Stils rund um den Brunnen des „Treuen Husaren“. Gut bewahrte Fragmente alter Hofgüter und Straßennamen wie Rochusstraße, Sandweg, Teichstraße, Häuschenweg und Nagelschmiedgasse dokumentieren in Alt-Bickendorf die tiefwurzelnde Ortsgeschichte.
Am 30. Mai 1942 wurde die Rochuskirche – uraltes Symbol von Bickendorf und Ossendorf – Opfer feindlicher Bomben; das Bombenfeuer loderte über der ganzen Nordweststadt. Erst Pfingsten 1946 konnte wieder inmitten der Ruinen ein Gottesdienst zelebriert werden. Und schließlich entstand ein neues, helles Gotteshaus auf dem alten Schutt- und Geröllfeld.

Bocklemünd/Mengenich
Bocklemünd/Mengenich liegt am nordwestlichen Stadtrand von Köln im Stadtbezirk Ehrenfeld. Er besteht aus den zusammengewachsenen und verwaltungstechnisch 1950 zusammengefassten Dörfern Bocklemünd und Mengenich. Das ursprüngliche Zwillingsdorf ist geprägt von einer über tausendjährigen Tradition.
Von dörflicher Idylle zum neuen Stadtbild Der Stadtteil stellt sich heute zum Einen als ländlich-beschauliche Note mit Resten uralter Hofgüter in den alten Ortskernen von Bocklemünd und Mengenich dar. Zum Anderen ist die grundlegendste Veränderung in seiner langen Geschichte eingetreten: Eine moderne, großstädtische Bebauung wuchs ab Mitte der 1960er Jahre über die historischen Hofgiebel hinaus.
Dies bedeutete eine Zäsur: Der jahrhundertlange Traum dörflicher Idylle war ausgeträumt. Ein neuer Stadtteil wurde „aus dem Boden gestampft“.
Nach anfänglicher Skepsis verbesserte sich das Image des neuen kölschen Veedels zusehends, nicht zuletzt durch das soziale Engagement von Kirchen und Vereinen. Mittlerweile sind die einstigen Vorbehalte von Alt-Bocklemünd gegenüber der neuen Siedlung kölnischen Städtebaus längst überwunden.
Entstehung der Namen Bocklemünd und Mengenich Bocklemünd wird in alten Urkunden auch Pocklemünd, Bugchilomunte, Buggilmonte oder Buchelmundt genannt, denn die Schreibweise änderte sich im Laufe der Zeit. Der Name kommt vermutlich von Buckel - Hügel - und mund - Ausmündung. Mengenich als keltisch-römische Siedelstätte trägt seinen Namen aus Magniniacum = Siedlung des Magninus. Name und Pfarre Bocklemünd werden erstmalig in einer Urkunde vom 9.9.941 bezeugt, aus der unter Anderem hervorgeht, dass Erzbischof Wigfried von Köln den Nonnen von St. Cäcilien Bocklemünd zur Schenkung machte. 1888 wurde Bocklemünd-Mengenich in die Stadt Köln eingemeindet. 1885 zählte Bocklemünd 532 Einwohner und Mengenich 217 Seelen. Heute wohnen hier rund 11.000 Menschen.
Die Alteingesessenen weisen stets auf die reiche und lange Historie hin, die sich in den zahlreichen und dominierenden Gutshöfen dokumentiert. Aber auch die neuen Bewohner haben Geschichtsbewusstsein entwickelt und sind stolz auf das Erreichte: Im historischen Ort ein moderner Stadtteil.
Bekannt ist der Stadtteil heute vor allem für die großen Produktionsstätten des WDR, der hier unter anderem seine erfolgreichen Fernsehserie „Lindenstraße“ und „Verbotene Liebe“ dreht. Die Unterhaltungsshow „Hollymünd“ wurde 13 Jahre live vom dortigen Open-Air-Gelände gesendet und war dank der internationalen Gäste aus Show und Musik ein großer Publikumsmagnet.
Außer dem WDR-Gelände prägt auch das Biotechnologiezentrum BioCampus Cologne das Bild des Stadtteils.

Ossendorf
Ossendorf grenzt im Osten an Longerich und Bilderstöckchen und im Südosten an Neu-Ehrenfeld, im Südwesten an Bickendorf und Vogelsang, im Westen an Bocklemünd/Mengenich und im Norden an Pesch.
Reiche archäologische Bodenfunde Archäologische Bodenfunde bezeugen Ossendorf als eine Siedlungsstätte in vorchristlicher und römischer Zeit: Hier siedelten bereits vor 5.000 Jahren Bauern, es wurden jungsteinzeitliche Kulturen aufgespürt und Funde aus der Epoche der niederrheinischen Grabhügelkulturen gemacht. Vom 1. Jahrhundert vor Christus datieren späteisenzeitliche Siedlungsspuren. Die Zeit der Römer ist durch eine Reihe von Funden überragender Qualität überliefert. Aber auch aus der Frankenzeit gibt es Plattengräber.
Der Name ist für Sprachforscher ungewisser Herkunft. In dem Bestimmungswort Ossen könnte die kölnisch-mundartliche Form Ooße (Ochsen) vorhanden sein. Doch wird auch ein fränkischer Ursprung vermutet, der Gemeindelandbesitz (= Allmende) beinhaltet.
Bäuerliche Konturen bis in die 1930er Jahre Der älteste schriftliche Beleg über Ossendorf stammt vom 25. Oktober 980. Danach schenkte Erzbischof Warinus aus dem Kölner Domvermögen dem Stift St. Ursula zu Köln einen Herrenhof zu Ossendorf, 1198 als „Frohnhof“ bezeugt. Zu dieser Zeit findet das Rittergeschlecht von Ossendorf zum ersten mal urkundlich Erwähnung. Bäuerliche Konturen zeigten sich noch bis in die 1930er Jahre in eindrucksvoller Weise. Auf dem Gelände Gut Frohnhof errichteten Emil Pfeifer mit Carl Joest 1851 die erste Fabrik zur Verarbeitung von Zuckerrüben im Regierungsbezirk Köln. Die Fabrik wurde jedoch 1901 stillgelegt und 1909 abgerissen. Seit dem 1. April 1888 gehört Ossendorf im Zuge der 5. Stadterweiterung zu Köln. Ossendorf steht in siedlungsmäßigem Zusammenhang mit Ehrenfeld.
Aus kleinsten Verhältnissen – 1798: 160 Seelen – wuchs es ab 1930, mit dem Beginn der Besiedlung durch die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Köln-Ehrenfeld, bis zu seiner heutigen Größe empor. 1925 waren es 961 Einwohner, 1946 schon 3.358 und 2001 sind es 8.394. Beiderseits der Gerhard-Bruders-Straße entstanden ab 1930/31 Wohnbauten: südlich ein Genossenschafts-Veedel, nördlich dann durch die respektable Bautätigkeit der Siedlungsgemeinschaft St. Rochus Eigenheime.
Butzweilerhof Auf dem Gelände des Butzweilerhofes, dem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts genutzten ersten zivilen Flughafens der Stadt Köln, befindet sich heute ein Industriegebiet. Hier sind viele Unternehmen aus der Medienbranche angesiedelt, die in Köln-Ossendorf ihre Studios und Produktionshallen betreiben, so zum Beispiel die Fernsehsender VOX und n-tv. Auch das Haus der Fernsehshow Big Brother befindet sich auf dem Gelände des Butzweilerhofes.
Justizvollzugsanstalt In Ossendorf befindet sich seit 1969 die Justizvollzugsanstalt Köln mit 1.100 Plätzen, welche im Volksmund nach ihrer Vorgängerin Klingelpütz genannt wird.

Vogelsang
Vogelsang grenzt im Osten an Bickendorf, im Süden an Müngersdorf, im Westen an Müngersdorf, an Widdersdorf und Bocklemünd/Mengenich und im Norden an Ossendorf. Zeitenlauf und fleißige Hände schufen in diesem Stadtteil aus Zweckbauten, die nahezu alle in Selbst- und Nachbarschaftshilfe entstanden waren, hübsche Häuser. Mit ihren vielen An- und Umbauten bilden sie heute eine wirkliche Wohnidylle, umrankt von Grün und Hausgärten.
Modern und historisch zugleich Durch den Wohnraummangel infolge der zunehmenden Industrialisierung in den 1920er Jahren, der wachsenden Arbeitslosigkeit, verursacht durch die Weltwirtschaftskrise, und die damit verbundene Verelendung einzelner Städte und Stadtteile, beschloss die damalige Regierung des Deutschen Reiches unter Kanzler Brüning, neben dem normalen Siedlungsbau einen neuen Siedlungstyp einzuführen. Dieser nannte sich Stadtrand- oder Erwerbslosensiedlung. Es wurden gleichzeitig Arbeitsplätze eingerichtet und Wohnraum für die Armen geschaffen. Bei der Vergabe der Häuser sollten langfristig Erwerbslose sowie kinderreiche Familien die möglichst vom Lande stammten und daher ländliche Arbeiten gewohnt waren, bevorzugt werden.
Die Siedler sollten durch Kleintierhaltung und Gemüseanbau ihren Unterhalt selber bestreiten können. So wollte die Regierung einen Teil der Industriearbeiterschaft wieder in den landwirtschaftlichen Produktionssektor zurückführen. Auch die 1931 gegründete Siedlung Vogelsang war ein Teil dieser Maßnahme. Rund um das ursprüngliche Siedlungsgebiet entstanden in den 1960er Jahren viele und schöne Eigenheime. In den 1950er und 1960er Jahren hat sich die Siedlung im Erscheinungsbild den anderen Stadtteilen angeglichen und man konnte schon am Anfang der 1970er Jahre nicht mehr feststellen, dass es sich bei Vogelsang einst um eine Armensiedlung handelt.
So verbindet sich die moderne Region mit den historischen Strukturen zu einem Vogelsang, das gleichermaßen fortschrittlicher Stadtteil ist und sich in seinem Kern das anheimelnde Köln-Milieu bewahrt hat.


Texte abgeleitet aus der Quelle: wikipedia Ehrenfeld (ff.)

 

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